Jahreshauptversammlung der Schiedsrichter 2017

05.07.2017 22:26 von Frank Hoffmann

Jahreshauptversammlung der Schiedsrichter des Bezirks:

Bezirksschiedsrichterwart Harald Späth aus privaten und beruflichen Gründen zurück getreten / Emotional geführte Diskussion um den Rücktritt von acht Schiedsrichteransetzern und dem Bezirksrechtswart / Zwei Schiedsrichter zu Ehrenschiedsrichtern ernannt / Fünf Schiedsrichter für 50-jährige aktive Tätigkeit ausgezeichnet


(vk) Naturgemäß den breitesten Raum der mit 17minütiger Verspätung im Saal des Gasthauses „Zum Kronenwirt“ in Linden beginnenden Jahreshauptversamm-lung der Bezirksschiedsrichter nahm die Diskussion um die acht am 23.April 2017 zurück getretenen Schiedsrichteransetzern sowie dem später erfolgten Rücktritt von Bezirksrechtswart Otfried Schwarz ein. Am Ende der über rund 95 Minuten dauernden Versammlung stand der Rücktritt von Bezirksschiedsrichterwart Harald  Späth (Linden), der allerdings offenbar nicht wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor allem der acht Ansetzer zurücktrat, sondern aus privaten und beruflichen Gründen, was „sich erst in dieser Woche ergeben hat“. Zu den großen Überraschungen zählte auch, das 125 Schiedsrichter, Ehrenschiedsrichter und Mitarbeiter des AK der Schiedsrichter gekommen waren, was doch großes Interesse bedeutet.

Nach der Begrüßung durch Bezirksschiedsrichterwart Harald Späth waren die Formalia wie Feststellung der Anwesenheit und Absegnung der Tagesordnung sowie das Gedenken an die im zurück liegenden Jahr verstorbenen Schiedsrichterkameraden rasch abgehandelt.

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Späth konnte dann eine Reihe von Schiedsrichtern für langjährige Tätigkeit auszeichnen. Für 50 Jahre aktive Schiedsrichtertätigkeit wurden Alfred Stein, Arthur Ottenbreit, Georg Hopp, Claus-Peter Reinhard und Gunter Bieneck ausgezeichnet. Zu Ehrenschiedsrichtern ernannt wurden Günter Schäfer und Arthur Ottenbreit für ihre Verdienste.

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„Ohne ihr ehrenamtliches Engagement wäre dieser Sport nicht möglich“, sagte Lindens Bürgermeister König in seinem Grußwort und erinnerte an das seit Jahrzehnten hochkarätig besetzte Turnier des Linden-Cups, der in diesem Jahr vom 31.Juli bis 5.August wieder in der Stadthalle Linden ausgetragen wird.

In seinem Jahresbericht verwies der Bezirksschiedsrichterwart Harald Späth auf die Einführung des elektronischen Spielberichts bis in die Bezirksoberliga. „Der elektronische Spielbericht hat im Bezirk weniger Probleme als im Hessischen Handball-Verband gemacht“, sagte Späth. Ein Passwort müsse über Tobias Weyrauch beantragt werden. In der nächsten Saison werden elektronische Spielberichte auch für die Bezirksligen A und B der Frauen und Männer zusätzlich eingeführt. In Kürze sollen alle Klassen, auch die Jugendklassen, mit einem elektronischen Spielbericht arbeiten. Späth sprach von „einem positiven Vorbereitungslehrgang, Kompliment an die Vereine, es gab keine Bescheide!“

Für Hans-Dieter Klein hat zum Rundenbeginn Matthias Hofmann (Verlängerung Schiedsrichterausweise, Freistellung, An- und Abmeldung als Schiedsrichter) das Amt übernommen. Seit 2016 ist Jasmin Scheffer ausgefallen, die zum 30.Juni 2017 ganz aufhört. „27 Prüflinge waren es in diesem Jahr, bei sechs Personen wurde die Prüfung im neuen Jahr nachgeholt, nur ein Gespann wollte dann nicht mehr“, erläuterte Späth. Am 23.April 2017 traten acht Mitglieder des Arbeitskreises zurück und zwar im Bereich der Schiedsrichteransetzer. Ab diesem Zeitpunkt emotionalisierte sich die Diskussion in Linden.

„Ich habe nie gegen einen Verein oder einen Schiedsrichter etwas Negatives gemacht, sicherlich habe ich Fehler gemacht, aber darüber muss man dann sprechen, mein Fehler war, die Protokollantin (Franziska Schneider, Verfasser) durfte ich nicht freistellen“, sagte Späth. Sie habe sich über so manche Entscheidung hinweg gesetzt, so der Bezirksschiedsrichterwart und sei auch vielfach zu spät gekommen. Das Protokoll habe Späth selbst eingeführt und sei auch an den Arbeitskreis gegangen. „Da haben ständig zwei bis drei Personen vom Arbeitskreis dabei gesessen, die hätten auch etwas sagen können, ich hatte nichts zu verlieren und bin deshalb auch nicht zurück getreten,“ so Harald Späth weiter. Franziska Schneider ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen und sagte, „es sind mehrere Sachen in Protokollen verändert worden, Teile von Protokollen wurden rausgenommen“.

Schiedsrichteransetzer Jürgen Strasheim vermisste die Fairness, die Nickligkeiten zwischen Späth und Strasheim gehören raus aus der Diskussion. Franziska Schneider habe den Rechtswart Otfried Schwarz befragt, ob Späth mit der Freistellung von ihr den Kompetenzbereich überschritten habe, was dieser bejahte. Keine Gespräche zu suchen, sondern mit Whats App etwa zu agieren, sei unter Erwachsenen der falsche Weg. „Drohungen wurden von mir nicht ausgesprochen“, erklärte der Bezirksschiedsrichterwart.

Hans-Dieter Klein, langjähriger Schiedsrichter und auch -ansetzer, findet die Schmutzkampagne schädlich und will wissen wie es jetzt eigentlich weiter geht. Der Bezirksvorsitzende und der Bezirksschiedsrichterwart sind jetzt gefordert?

„Wir haben Gespräche geführt bzw. sind Gespräche auch im Laufen, eine schriftliche Abmachung hat es nie gegen“, erklärte Späth weiter. „Das Ganze ist peinlich für den Bezirk und schlecht für die Außendarstellung“, macht Hans-Dieter Klein deutlich. Von den  acht zurück getretenen Ansetzen, wurden mit sechs Gespräche geführt“, sagte Bezirksvorsitzender Kai Gerhardt. Schiedsrichter und auch Ansetzer Thorsten Große sagte „wir wurden nicht Ernst genommen“. Gerhardt fragte sich, warum die enge Frist bis 23.April 2017 (am 26.April 2017 war Bezirksspielausschusssitzung) bei den Rücktritten gewählt wurde.

„Da war das Kind schon in den Brunnen gefallen, das Machtgehabe eines Bezirkssschiedsrichterwarts Harald Späth läuft nun schon über ein Jahr“, sagte Strasheim, der sich mehr Unterstützung des Vorsitzenden Kai Gerhardt erwartet hatte. Es kamen noch eine Reihe von Details zur Sprache etwa, das bei einem Quali-Turnier des TSV Griedel in Butzbach Schiedsrichter auch aus dem Bereich Aschaffenburg angesetzt wurden. Der Griedeler Jürgen Strasheim bezifferte die Kosten auf 400 €. Der Bezirksschiedsrichterwart habe mit so vielen Lügen gearbeitet, warf Strasheim Harald Späth vor. Auch der Bescheid gegen Strasheim von 150 €, weil er eine Sitzung nicht besucht habe, aber zeitgleich auf einem Lehrgang der Schiedsrichter war, wurde thematisiert. „Der Bescheid ist rechtlich so in Ordnung, Strasheim hätte noch einen anderen der zehn Termine wahrnehmen können“, sagte Kai Gerhardt. Auch Hans-Dieter Klein, der 37 Jahre Bezirksschiedsrichterwart war, hat den Eindruck, das man mit einem Bescheid gegen ihn über 204 € „mir eins auswischen will“.

Recht überraschend erklärte dann Bezirksschiedsrichterwart Harald Späth gegen 21.10 Uhr seinen Rücktritt und zwar aus beruflichen und privaten Gründen. Späth zieht es mit seiner künftigen Frau, die auch von dort stammt, nach Friesland.

Schiedsrichterin Sabine Debus (Herborn/Seelbach) gab dann schon einen Ausblick wie es weiter gehen könnte: „Die Ansetzer behalten, weil sie gut waren!“

„Das ist eine Farce, was hier abläuft, das hätte vor einer Stunde schon so weit sein können“, sagte Schiedsrichter Bernd Schäfer. Schiedsrichter Dieter Steinmüller gab zu bedenken, „dass wir uns im Freizeitbereich befinden“. Karl-Peter Schulz, langjähriger Bundesliga-Schiedsrichter, forderte „ein Ende der Debatte“. Gegen 21.22 Uhr wurde die Versammlung dann beendet. Bei einem gut sortierten Büfett konnte die Diskussion noch vertieft werden.


Volkmar Köhler

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